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Tauchanzug – Pflege, Reinigung und Desinfektion


Ganz gleich, ob es sich um den eigenen Anzug oder einen Leihanzug handelt: Tauchanzüge brauchen ein Mindestmaß an Pflege, um Schäden und unhygienische Zustände zu vermeiden.

Gelagert werden Tauchanzüge am besten auf breiten Bügeln im Hängen. Das verhindert Materialschäden durch Knicke. Der Lagerplatz sollte gut belüftet sein – ein feuchter Keller ist ungeeignet.

 

Es kommt bei der Pflege aber auch darauf an, um welche Art von Neoprenanzug es sich handelt:

Nasse & Halbtrockene Neoprenanzüge

Nass- und Halbtrockentauchanzüge werden nach jedem Tauchgang gründlich mit fließendem Süßwasser ausgespült. Becken mit stehendem Wasser zum Ausspülen, wie man sie an manchen Tauchbasen findet, sind nur bedingt geeignet. Spätestens nach dem Urlaub oder Tauchwochenende braucht der Anzug eine ordentliche Wäsche, im Idealfall samt Desinfektion. In den Trockenräumen der Tauchbasen sind Temperatur und Luftfeuchtigkeit oft enorm hoch, die Belüftung eher schlecht. Tauchanzüge werden so zum idealen Nährboden für Bakterien und Pilze. Ganz zu schweigen von menschlichen Hinterlassenschaften in Leihanzügen – Stichwort „Taucher-Blase“.

Gereinigt werden können Tauchanzüge per Hand oder im Wollwaschgang der Waschmaschine (Reißverschlüsse schließen, Anzug auf links drehen, kalt oder maximal 30°, auf keinen Fall schleudern). Die Reinigungs- und Desinfektionsmittel sollten Bakterien und Pilze abtöten und dürfen das Material nicht angreifen.

Trockentauchanzüge

Trockentauchanzüge sollen von innen natürlich trocken sein beim Tauchen. Ein Ausspülen bei regelmäßigen Tauchgängen ist somit unmöglich. Obendrein sondert ein Taucher Körperflüssigkeit ab, die in den Anzug verdampft – prima Klima für Bakterien und Pilze.

Zumindest in neutraler Seifenlauge oder in speziellen, vom Hersteller empfohlenen Reinigungsmitteln darf man einen Trocki waschen. Das sollte nicht in der Waschmaschine passieren, um Manschetten und Ventile zu schonen. Auch hier gilt: Eine Desinfektion des Trockenanzugs tötet Bakterien und Pilze zuverlässig ab. Für das Trocknen gelten dieselben Regeln wie für andere Anzüge: keine direkte Sonne, keine Knicke, keine Feuchtigkeit, gute Belüftung.

Geraten Schmutzpartikel in die Ventile, könnte ständig Luft abblasen oder sich der Anzug wie von selbst aufblasen. Daher werden die Ein- und Auslassventile regelmäßig mit Süßwasser gespült. Außerdem sollte auf poröses Material und brüchige O-Ringe geachtet werden.

Die Manschetten werden vorsichtig mit speziellem Puder oder sehr mildem Babypuder behandelt. Die Reißverschlüsse laufen durch Behandlung mit Wachs oder Silikonspray dauerhaft geschmeidig. Achtung! Latex-Manschetten dürfen niemals mit Silikonfett in Berührung kommen, sonst reißen sie ein.

Trockenanzüge lassen sich am besten an den Füßen aufhängen und so lagern.

 

Füßlinge

Viele Taucher kennen das: Die Füßlinge verströmen einen unangenehmen Geruch, der auch durch regelmäßiges Spülen mit Süßwasser und Maschinenwäsche nicht vollständig verschwindet. Schuld an diesem Geruch sind vor allem Bakterien und von ihnen verursachte Zersetzungsvorgänge. Mit bloßem Reinigen bekommt man dieses Problem nicht in den Griff. Und es geht auch nicht nur um den Geruch. Solche Bakterien können nachweislich Fuß- und Fußnagelpilz verursachen. Bevor es ekelig wird: Füßlinge desinfizieren!

Gelagert werden Füßlinge wie alle Teile trocken und in einem gut belüfteten Raum ohne direkte Sonne. Ideal ist eine Lagerung verkehrt herum auf einem Gestell oder Stock.

Weiterführende Informationen

Untersuchungen zur Tauchhygiene

Oliver Haller hat für seine Projektarbeit „Tauchhygiene“ einige Nassanzüge der Feuerwehr bakteriologisch untersucht. Ähnlich wie an Tauchbasen werden diese Anzüge von vielen Tauchern benutzt. Ergebnis: Ein Waschgang mit Feinwaschmittel verringert die Menge und Art der Bakterien und Pilze so gut wie nicht, ein Waschgang mit einem Desinfektionsmittel tötet fast alle Keime ab.

Der Tauchsportartikel-Hersteller Aquata hat vor einigen Jahren Leihanzüge von Tauchbasen auf Bakterien untersucht. „Das Ergebnis gab durchaus Grund zur Sorge“, schreibt Michael Böhm in seinem Artikel bei Taucher.net. Trotz regelmäßigen Spülens in Frischwasser bargen die Anzüge ein „Gesundheitsrisiko“.