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Tauchen im Plansee in Tirol: Klar-See mit Wohlfühl-Garantie


Plansee-Foto-SonjaKaute-Panorama

Als einen von neun „Klar-Seen“ hat die Zeitschrift Unterwasser den Plansee in Tirol bezeichnet. Fast fünf Tage war ich jetzt vor Ort, um den Bergsee und das Planseecamp zu testen. Abgereist bin ich nur ungern und mit weitaus mehr Begeisterung im Bauch als erwartet. Und das lag nicht nur am Tauchen selbst.

Letztes Jahr haben mich vor allem der Grüne See, der Samaranger See und das Flusstauchen und Scuben in der Traun davon überzeugt, dass das Tauchen im Süßwasser ebenso so schön, spannend und entspannend sein kann wie das Tauchen im Meer. Allerdings bin ich ohne allzu große Erwartungen zum Plansee in Tirol, gleich hinter der deutsch-österreichischen Grenze, gefahren. Irgendwie hatte noch niemand in meinem Bekanntenkreis davon gehört und so zweifelte ich, ob ich mir wirklich den richtigen See als Ziel ausgesucht hatte. Völlig unberechtigt, wie sich schnell zeigte.

Außergewöhnlich gute Sicht und Fischsuppe

Gleich nach dem Abtauchen am Tauchplatz Planseecamp begegnen einem die ersten „Sehenswürdigkeiten“: ein Schlitten und ein alter Holzwagen.

Taucht man links herum, geht’s über sandigen Grund und Baumstamm-Mikado in wenigen Minuten zu einer praktischen Übungsplattform auf 10 Metern. Etwas weiter hinaus steht ein kleines Segelboot aufrecht auf dem Grund, mitsamt aufgespanntem Segel. Taucht man vom Steg aus rechts herum, kann man auf fünf bis 10 Metern über eine grüne Algenwiese schweben, über und in der sich ganze Schwärme von Flussbärschen aller Größen tummeln.

Sobald der Grund sandig wird, begegnet man mit großer Wahrscheinlichkeit Flusskrebsen, die ihre Scheren drohend aufstellen und selbstbewusst „den Macker markieren“. Die Sicht im Plansee ist tatsächlich außergewöhnlich gut: Bis zu 25 Meter weit kann man je nach Jahreszeit und Wetter sehen, bei meinem Besuch sind es rund 15 Meter. Das Mittelmeer lässt grüßen!

Drei Tauchplätze bzw. -zonen gibt’s am Plansee, die teilweise per Schlauchboot angefahren werden können. Verglichen mit der Seegröße ist das nicht viel, doch für ein paar abwechslungsreiche Tauchtage am Plansee reicht’s locker. Außerdem ist der Plansee ein perfekter Ausgangspunkt für Touren zum Lechausee, zu den kaum bekannten und nur selten betauchbaren Sieglseen und auch der Blindsee sowie die Ausnahme-Tauchplätze Fernsteinsee und Samaranger See liegen ganz in der Nähe. Es lohnt sich, hier einen mehrtägigen Rundtrip zu starten und gleich einen ganzen Tauchurlaub in der Region zu verbringen!

Dank Planseecamp wird der Aufenthalt zum Urlaub

Doch wie schon angedeutet ist der Plansee nicht nur wegen des Tauchens empfehlenswert. Schon die Infrastruktur am Planseecamp macht den Aufenthalt zum Urlaub: Die Tauchbasis liegt mit Blick auf die Berge direkt an der Liegewiese mit Einstieg zum Haus-Tauchplatz. Gäste übernachten direkt an der Tauchbasis in Holzbungalows mit eigener Küchennische und Terrasse. Die Bungalows sind zweckmäßig, aber liebevoll gebaut und eingerichtet und gruppieren sich um einen Grillplatz, auf dem es abends gesellig zugeht.

Baumhaus und Sauna am See

Zwei Highlights setzen dem Planseecamp das Sahnehäubchen auf: In einem der Bungalows befindet sich eine Sauna, die abends auf Wunsch angeheizt wird – inklusive Erfrischung im See nach dem Saunieren. Wer hier unter Wasser friert, darf – und wird – sich also auf den Abend freuen. Zweites Highlight: Leicht versetzt hinter der Tauchbasis können Gäste in einem Baumhaus mit Blick über den See wohnen! Das Baumhaus stößt auf so viel Begeisterung, dass man mehrere Monate im Voraus buchen muss, um noch einen freien Platz zu ergattern. Ähnlich ist es übrigens auch bei den Bungalows, vor allem an den Wochenenden in der Saison.

Erdacht und umgesetzt wurde das Planseecamp von Harald Zeller. Und der liebt ganz offenbar, was er tut, denn das merkt man dem Camp an.

Wohlfühl-Garantie und Ausnahme-Tauchplätze

Was mir noch positiv aufgefallen ist: Das Team am Planseecamp ist stets zur Stelle, wenn es gebraucht wird – auch ungefragt. Das Camp ist samt Team auf Geselligkeit und Service ausgelegt – hier geht’s merklich ums Wohlfühlen, ohne dass der Spaß zu kurz kommt. Die Tauchbasis Planseecamp ist zudem die einzige Tauchbasis, die Tauchgenehmigungen für den naheliegenden Lechausee ausstellen darf, der ebenfalls außergewöhnlich klar und landschaftlich schön sein soll. Ihn nehme ich beim nächsten Mal mit, denn ich komme sicher wieder.

Außerdem bietet die Basis zwei oder drei Mal pro Jahr eine Tour zu den weitgehend unbekannten Sieglseen an. Diese liegen in einem Naturschutzgebiet, sind nur mit etwas Mühe und Kraxelei zu erreichen und die Genehmigung für die wenigen Tauchgänge pro Jahr bekommt nur das Planseecamp sowie der Allgäuer Taucherhof, der ebenfalls Harald Zeller gehört. Ich hatte Glück und war bei einer der Touren dabei – der Bericht folgt! (Update, 23.9.2013: Der Bericht über die Sieglseen in Tirol ist online.)

Mehr Fotos vom Plansee

Mehr Informationen zum Plansee und Planseecamp

Der Plansee liegt auf knapp 1.000 Metern über NN und ist damit ein Bergsee. Die Maximaltiefe beträgt 78 Meter, doch lohnt sich das Tauchen auf Grund der meist guten Sichtweite und der vielen Flussbarsche schon im Flachwasserbereich. Der Plansee ist geeignet für Anfänger, Fortgeschrittene, Tec-Taucher, Apnoe-Taucher, fürs Nachttauchen und im Winter findet hier jedes Jahr Eistauchen statt! Die Wassertemperatur betrug Ende August / Anfang September locker aushaltbare 12-18 Grad. Viele weitere Informationen zum See, zum Tauchen, zum Planseecamp und zu Preisen gibt es auf der Website des Planseecamps. Daten zum Plansee gibt es außerdem im Tauchseen-Portal des VDST.

Das Baumhaus im Planseecamp hat eine eigene Website. Wer im Planseecamp keinen Übernachtungsplatz mehr bekommt, kann auf den Campingplatz Sennalpe ausweichen, der sich direkt an das Planseecamp anschließt. Die Sanitäranlagen des Platzes werden ohnehin von den Camp-Gästen mit genutzt.

Ausflugstipps: Rund um den Plansee kommen auch Wanderer auf ihre Kosten. Eine flache Tour rund um den See lohnt sich hier ebenso wie das Bergwandern in der Region oder ein Besuch im Kloster Ettal.