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6 No-Gos im Tauchsport: Wie man sich bei anderen Tauchern unbeliebt macht


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Taucher, die die Leihausrüstung misshandeln, Angeber und Besserwisser, Platzwarte, Einzelgänger und Super-Fotografen. Es ist Zeit für eine Negativ-Liste: 6 No-Gos, mit denen man sich bei Buddys und Tauchcrew garantiert unbeliebt macht.

1. Den Angeber oder Besserwisser raushängen lassen

Manche Taucher neigen dazu, mit der Anzahl ihrer Tauchgänge oder mit ihrer Ausrüstung anzugeben. Dass man sich darüber unterhält – klar. Aber wenn es in Angeberei oder Besserwisserei ausartet, macht es keinen Spaß mehr. Vermutlich haben auch die anderen anwesenden Taucher schon tolle Dinge unter Wasser erlebt und werden bei Gelegenheit gerne davon erzählen – ohne dass es in einen Monolog mit tonnenweise Eigenlob ausartet. Und vermutlich haben auch sie ihre Ausrüstung nicht nach dem Zufallsprinzip ausgesucht.

Gerade wenn Anfänger mit von der Partie sind, ist Zurückhaltung angesagt. Erfahrenere Taucher tun gut daran, sie nicht mit ihrem selbstbewussten Auftreten zu verunsichern oder, sei es bewusst oder unbewusst, unter Druck zu setzen. Ist es nicht auch nach hunderten von Tauchgängen toll, die Begeisterung eines Anfängers zu erleben, der seine erste Muräne gesehen hat – ohne gleich nachzulegen, dass sie ja nicht wirklich groß war und kaum zu sehen war in ihrer Höhle?


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2. Den „Platzwart“ spielen

Anfängern mag das verziehen werden, aber erfahrene Taucher, die sich im begrenzten Raum einer Tauchbasis, am Einstieg oder auf einem Boot ausbreiten, als wären sie alleine dort, nerven. Wer seine Ausrüstung planlos ausbreitet, macht sich definitiv unbeliebt.


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3. Den Einzelgänger geben

Tauchen ist Teamsport, das vergessen manche Taucher. Das sind diejenigen, die sich trotz Ansagen von Tauchguide oder Crew ohne nachvollziehbaren Grund nicht an das vorgegebene Prozedere halten. Sie kommen zu spät, ziehen sich zum falschen Zeitpunkt an, halten sich nicht am zugewiesenen Platz auf, betreten im nassen Tauchanzug den Trockenbereich, halten sich nicht an die vorgegebene Tauchzeit oder -tiefe, durchbrechen die Gruppeneinteilung unter Wasser, tauchen ihren eigenen Weg und sind auch sonst mit wenig einverstanden. Damit bringen sie manchmal alles andere durcheinander und torpedieren außerdem das richtige Teamverhalten der anderen Taucher.

4. Die Leihausrüstung misshandeln

Wer an einer Tauchbasis arbeitet weiß, was damit gemeint ist. Erstaunlich viele Leute gehen mit Leihausrüstung um, als wäre sie nichts wert. Mit dem Tauchanzug wird sich auf scharfkantige Steine gesetzt, ohne spülen wird der Anzug in die pralle Sonne gelegt oder zurückgegeben, die zweite Stufe des Atemreglers wird durch den Sand gezogen, die Basis wird verlassen, ohne die Sachen zu verstauen, das Blei wird mit nach Hause genommen, Pflegevorgaben des Personals werden missachtet… Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Nicht gerade ein Verhalten, das an einer Basis gerne gesehen wird.


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5. Sich beim Fotografieren immer den Vortritt geben

Manchmal ist es nicht leicht, die Interessen der Taucher unter Wasser abzustimmen. Wer eine Kamera dabei hat, jagt natürlich Bilder. Wer die Unterwasserwelt gerne ohne Kamera beobachtet, benötigt dafür ein freies Blickfeld und Ruhe. Das lässt sich nicht immer gut vereinbaren, Kompromisse sind nötig. Wer gute Bilder möchte, will als erstes am Tier sein, damit es nicht abhaut und nicht schon Sedimente die Sicht eintrüben. Trotzdem sollte ein fotografierender Taucher darauf achten, dass auch alle anderen eine Chance haben, das Objekt der Begierde zu erleben. Auch wenn das einmal bedeuten kann, auf ein Motiv zu verzichten. Möglicherweise werden es die anderen Taucher bei der nächsten Gelegenheit danken, indem sie dem Fotografen wieder den Vortritt lassen. Nicht tun werden sie dies, wenn der Fotograf ihnen regelmäßig die besten Sichtungen verdirbt oder alle aufhält.

6. Ein schlechter Tauch-Buddy sein

Ich bin so gut wie immer alleine unterwegs beim Tauchen, werde also an der Basis einem mir nicht bekannten Taucher zugewiesen. Da weiß man dann nie, was einen erwartet. Meistens sind es schöne Erfahrungen und nette neue Menschen, mit denen man auch nach dem Tauchen noch eine gute Zeit hat. Aber es gibt eben auch die eher nervige Art von Buddy. Zum Beispiel den „Magnet-Buddy“, der dir während des ganzen Tauchgangs auf der Pelle hängt und dich tritt oder dir beim Frog-Kick im Weg ist. Bei einem Anfänger ist das ok, von einem erfahrenen Taucher erwarte ich etwas mehr Abstand. Natürlich gibt es auch den Buddy, der lieber nicht dein Buddy sein möchte oder auch als dein Buddy stur sein eigenes Ding durchzieht, ohne Rücksicht und Kommunikation. Mit mehreren hundert Tauchgängen bin ich selbst oft in der Situation, plötzlich für weniger erfahrene, mir wildfremde Menschen mitverantwortlich zu sein. Aber auch hier gilt wieder: Tauchen ist ein Teamsport, ein guter Taucher ist bereit für Kompromisse.


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