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Tipps & Tricks: Was Tauchanfänger beim Schnorcheln lernen können


Foto: haveseen/istockphoto.com Foto: haveseen/istockphoto.com

Von Tom Schäfer und Sonja Kaute

Wer das Tauchen lernen möchte, tut sich leichter, wenn er schon schnorcheln kann. Und wer schnorcheln lernen möchte, tut sich leichter, wenn er das Kraulschwimmen kann. Praxis-Tipps und Grundlagen, die einem den Start als Tauchanfänger erleichtern können.

Schnorcheltraining ist sehr vielfältig: Flossenschwimmen, Mund-Nase-Koordination, effektive Atmung, mentales Training, Ausdauer sind einige der Bestandteile. All diese Punkte spielen auch beim Tauchen eine wichtige Rolle. Daher ist es sinnvoll,  als Tauchanfänger die Grundtechniken des Schnorchelns zu lernen und zu üben.

Dazu gehört zunächst der richtige Umgang mit Flossen, Schnorchel und Maske – der ABC-Ausrüstung. Nur so kann man sich im Wasser auf die Anwendung der einzelnen Techniken, wie zum Beispiel das Zeittauchen oder Streckentauchen, konzentrieren. Und: Das Beherrschen dieser Techniken macht den Einstieg in den Tauchsport leichter und entspannter.

Warum sollten Taucher noch schnorcheln können?

Dass Taucher schnorcheln können sollten, hat aber noch einige andere praktische Gründe. Denn auch als Taucher kann man in die Situation kommen, dass man eine längere Strecke schnorcheln oder schwimmen muss. Eventuell sogar unter großer Belastung. Mit Schnorcheltraining kann man seine Ausdauer verbessern, was in vielen Situationen in und unter Wasser hilfreich ist. Zum Beispiel:

  • Wenn man eine weite Strecke zum Boot oder Ausstieg an Land zurücklegen muss, weil man ungeplant auftauchen musste. Je nach Wellengang kann das sehr anstrengend sein.
  • Wenn einen Buddy abschleppen muss, der nicht mehr selbstständig schwimmen kann.
  • Wenn man über längere Zeit gegen Strömung antauchen und -schwimmen muss.

Grundlegende Techniken des Schnorcheltrainings

Bevor man mit dem Schnorcheltraining beginnt, sollte man die entsprechenden Muskelgruppen dehnen und erwärmen. So beugt man Krämpfen vor, die vor allen in den Waden auftreten können. Ganz wichtig: Niemals alleine trainieren! Gefahren wie der Schwimmbad-Blackout machen es unbedingt nötig, beaufsichtigt zu trainieren!

Zu den Basistechniken des Schnorchelns gehören das Ausblasen der Maske und des Schnorchels. Schließlich kann es beim Schnorcheln und Tauchen passieren, dass Wasser in Schnorchel oder Maske kommt. Dieses gilt es ruhig und möglichst rasch wieder loszuwerden.

Ausblasen des Schnorchels

Der Schnorchel läuft voll Wasser, wenn man kurzzeitig abtaucht. Zurück an der Oberfläche wird das Wasser aus dem Schnorchel „geblasen“, ohne den Schnorchel aus dem Mund nehmen zu müssen. Dies erfolgt mit einem schnellen und heftigen Luftausstoß durch den Mund. Dabei sollte der Kopf leicht nach hinten gebeugt sein. Heutzutage gibt es Schnorchel, die ein kleines Ausblasventil an der Unterseite des Mundstücks besitzen. Damit wird man das Wasser ohne große Anstrengung los, indem man in das Ventil ausatmet. Das erleichtert das Ausblasen ein wenig.

Ausblasen der Maske

Die Maske kann mit Wasser volllaufen, wenn das Maskenband nicht richtig sitzt, Haare zwischen Haut und Maske sitzen, der Dichtungsrand der Maske über die Kopfhaube rutscht, Barthaare oder Lachfalten die Maske undicht machen oder zum Beispiel durch einen versehentlichen Tritt mit einer Flosse gegen die Maske. Um die Maske unter Wasser auszublasen, drückt man mit den Zeigefingern den oberen Maskenrand leicht gegen das Gesicht, während die Daumen den unteren Maskenrand leicht abheben. Dann atmet man durch die Nase in die Maske aus. Dadurch wird das Wasser verdrängt und die Maske ist wieder frei.

Vom International Aquanautic Club gibt es ein gutes Video dazu:

Diese Übung erfordert für viele Taucher und Schnorchler einiges an Training, denn der Wasser-Nase-Reflex erschwert das kontrollierte Atmen, wenn die Nase Wasserkontakt hat. In unserem Magazin gibt es einen ausführlichen Beitrag zum Wasser-Nase-Reflex mit Übungen und Tipps.

Korrekte Körperhaltung

Die richtige Körperhaltung spielt eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, das Unterwasserleben möglichst unauffällig und entspannt beobachten zu können. So sollte man zum Beispiel seine Arme entweder seitlich am Körper anlegen, vor der Brust leicht verschränken oder nach vorne strecken. Richtung wird lediglich mit dem Drehen des Oberkörpers gemacht, nicht mit den Armen. Dadurch wird man beim Schnorcheln selbst automatisch ruhiger und kann sich besser auf das Drumherum konzentrieren.

Außerdem spielt eine korrekte Körperhaltung eine Rolle bei der Effektivität: Nur, wer gerade gestreckt (Rücken nicht durchhängen lassen!) im Wasser liegt, bietet einen möglichst geringen Wasserwiderstand und braucht daher weniger Kraft, um sich vorwärts zu bewegen. Wer gut kraulen kann, hat das bereits drauf.

Tarierung

Um möglichst wenig Aufruhr im Wasser herbeizuführen und damit möglichst viel von den kleinen und größeren Meeresbewohnern zu sehen, muss man mit der Zeit auch das Austarieren erlernen. Als Schnorchler spielt das vor allem eine Rolle beim Abtauchen: Wer vorher sehr tief einatmet, kommt schwerer hinab in die Tiefe als jemand, der weniger einatmet.

Die Tarierung ist ein wichtiges Thema im Tauchkurs und wird am besten mit Tauchausrüstung geübt. Dabei begibt man sich in Brustlage und achtet darauf, wie sich der Körper beim Ein- und Ausatmen nach oben und nach unten bewegt. Je nachdem wie man atmet, kann man somit auch die Höhenlage beeinflussen ohne Flossen oder Hände bewegen zu müssen. Beherrscht man die Tarierung, wird man Schwerelosigkeit und Ruhe erleben – einer der schönsten Aspekte beim Tauchen!

Richtiger Flossenschlag

Wie beim Kraulen ist es auch beim Schnorcheln wichtig, die Füße abwechselnd auf und ab zu bewegen, um sich vorwärts zu bewegen. Die Knie werden dabei gestreckt oder maximal ganz leicht gebeugt. Wichtig: Der Flossenschlag sollte aus der Hüfte kommen, nicht aus dem Knie („Fahrradfahren“ – einer der häufigsten Fehler beim Flossenschlag). Wichtig ist, dass die Flossenschläge fließend und ruhig erfolgen. Auf der Seite kraulenlernen.net gibt es viele nützliche Infos und Übungen zum richtigen Flossenschlag.

Atmung und mentales Training

Mit Schnorchel- und Flossentraining lassen sich auch geistige Entspannung und Apnoe-Fähigkeiten trainieren. Niemals sollte man diese Dinge alleine trainieren, sondern dazu in ein Schwimmbad gehen und sich beaufsichtigen lassen. Daher geben wir hier keine konkreten Übungen an. Gezieltes Training unter professioneller Anleitung bekommt man am besten im Tauchverein.