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Tauchen in Dahab: Die besten Tauchplätze und Tipps


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Wer ans Tauchen in Ägypten denkt, denkt oft an Sharm el Sheik, Hurghada oder andere bekannte Orte am Roten Meer. Abseits davon, am nördlichen Golf von Aqaba, liegt Dahab. Wer Entspanntheit und Ruhe sucht und trotzdem tolle Tauchplätze erleben möchte, ist hier richtig.

Ich starte mit meinen Tipps für die besten Tauchplätze in und um Dahab und zeige anschließend Höhepunkte in Dahab abseits des Tauchens. Am Ende dieses Beitrags gebe ich wichtige und nützliche Reisetipps sowie persönliche Empfehlungen für Tauchbasen und Hotels.*

Die besten Tauchplätze in und um Dahab

Blue Hole & Bells

Taucher, die an Dahab denken, denken meist automatisch an das weltbekannte Blue Hole rund 10 Kilometer nördlich des Ortes. Dieser bis zu 110 Meter tiefe Durchbruch im Riffdach direkt an der Küste zieht Taucher, Schnorchler und Apnoe-Taucher nahezu magisch an. Dabei heißt es, dieser Tauchplatz sei der gefährlichste der Welt. Grund sind die zahlreichen Todesfälle im Blue Hole. Ihre Zahl dürfte im niedrigen dreistelligen Bereich liegen. An den Felsen am Blue Hole befestigte Steinplatten erinnern an einige dieser tragischen Fälle.

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Fakt ist: Das Blue Hole selbst hat nicht viel marines Leben zu bieten, ist in diesem Sinne eher unspektakulär. Was sich aber lohnt, ist ein Einstieg am rund 150 Meter entfernten Platz Bells mit Tauchgang entlang der äußeren Riffkante des Blue Holes. Der Einstieg durch die enge, steil abfallende Felsenschlucht ist durchaus spektakulär und beinhaltet, wenn man möchte, das Durchtauchen eines kleinen Bogens. Der Tauchgang entlang der Steilwand ist ebenfalls erlebenswert. Hier tummeln sich Fahnenbarsche, der Blick in die Tiefe (der Grund fällt hier bis auf mehrere hundert Meter ab) oder das angrenzende Blauwasser trifft mit etwas Glück auf kleinere Haie oder Rochen. Und wer sich auch tagsüber gerne die Zähne putzt, kann dies an einer der Putzerstationen erledigen lassen. Der Tauchgang endet mit einem Übergang ins Blue Hole, wo man die Apnoe-Taucher bei ihren beeindruckenden Übungen beobachten kann.

Was viele Tec-Taucher zum Blue Hole zieht und der Grund für den Ruf als gefährlichster Tauchplatz der Welt ist, ist die Arch – ein Durchbruch ins offene Meer, der auf 55 Metern Tiefe beginnt und bis auf den Grund des Blue Holes reicht. Am oberen Ende ist dieser Bogen rund 30 Meter breit. Das Tauchen unter dem Riffbogen gilt für viele Taucher als der Höhepunkt ihres Taucherlebens. Für Sporttaucher ist dieses Ziel allerdings nicht zu erreichen, ohne die Tiefengrenzen der Verbände zu verletzen. Kein Wunder also, dass sich in Dahab auch einige auf das Tec-Tauchen spezialisierte Tauchcenter angesiedelt haben. Neben der Tiefe selbst gibt es weitere Herausforderungen: Abwärtsströmungen, teils schlechte Sichtverhältnisse und natürlich die Orientierung, das Finden des Durchbruchs.

Legendär sind auch die Aktionen einiger Apnoe-Taucher, die Arch zu durchtauchen. Dazu gehört der erfolgreiche Versuch von William Trubridge, der den Durchbruch mit nur einem Atemzug und ohne Flossen durchtauchte.

Caves

Schon der Name des Tauchplatzes Caves ist vielversprechend. Zwar taucht man hier nicht unbedingt in einer richtigen Höhle, aber unter einem großen Riffüberhang, in dessen Dunkel seit Jahren ein großer Kugelfisch lebt und in dessen Spalten man allerlei Kleinvieh entdecken kann, wenn man eine Lampe mit sich führt. Beeindruckend ist hier aber vor allem der Blick aus dem Überhang ins Blauwasser. Selbst, wenn sich hier nicht allzu viele Fische tummeln: Das Spiel zwischen Licht und Schatten in Kombination mit den Silhouetten und Luftblasen der Taucher ist einfach sehenswert. So manch einer verfällt hier in große Posen (siehe Video unten).

Nach dem Verlassen der Cave führt der Tauchgang durch eine Kombination aus Korallenblöcken, Steilwänden und großen Sandflächen mit kleineren Korallenblöcken. Die Sandflächen wirken erst einmal leer und eintönig, doch wer genau hinsieht, entdeckt hunderte Sandaale, die sich aus dem Boden strecken und im Wasser wiegen. Hier sollte man sich Zeit lassen, ganz vorsichtig auf Bodennähe annähern und sich ruhig verhalten, um zu sehen, wie die Tiere plötzlich bei der kleinsten Bewegung verschwinden. Leider sind sie genau deshalb schwer zu filmen oder zu fotografieren.

Der Einstieg und vor allem der Ausstieg ist am Tauchplatz Cave je nach Wasserstand nicht ganz einfach. Er wird daher möglichst nur bei Flut und nur bei ruhigem Wasser angefahren. Man muss eine Riffkante überwinden, die vor allem beim Herauskommen bei niedrigem Wasserstand Schwierigkeiten macht.

The Islands

Auch den Tauchplatz The Islands sollte man in Dahab auf keinen Fall verpassen. Allerdings gilt auch hier, dass er nur bei guten Wetterkonditionen angefahren wird. Denn um ins tiefere Wasser zu gelangen, muss man ein Stück über das Riffdach laufen oder schnorcheln. Dafür wird man mit einem zauberhaften Korallengarten-Labyrinth belohnt, das durch mehrere sandige Pools verbunden ist. Der Tauchgang ist flach und weil man hier über große Korallenflächen taucht, sollte man über eine gute Tarierung verfügen. The Islands gehört zu den Tauchplätzen, von denen auch die Guides in Dahab schwärmen. Große Teile des Tauchgangs fühlen sich an, als würde man durch eine große Miniatur-Stadt schweben, in der die turm- oder fächerartigen Gebäude aus Schwämmen und Korallen bestehen und die Bewohner Flossen oder Greifarme haben. Mit etwas Glück kann man hier sogar eine große Schule Barrakudas erleben.

Auffällig ist, dass an manchen Stellen Korallenblöcke kollabiert sind und am Boden liegen. Ursache dafür war nicht etwa ein Korallensterben, sondern ein Erdbeben. Somit wachsen auf den toten grauen Korallen bereits neue Türmchen heran.

Gabr el Bint

Gabr el Bint liegt zwar direkt an der Küste, doch ist der Tauchplatz nur mit dem Boot oder Kamel zu erreichen. Der Zustand der Unterwasserwelt ist gut, daher gibt es hier allerhand zu sehen. Und weil hier zwei oder drei Tauchgänge möglich sind, lohnt sich eine Ganztagesausfahrt.

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Taucht man von der Küste aus gesehen rechts entlang, führt der Tauchgang entlang einer teils mit riesigen Tischkorallen bewachsenen Steilwand mit dichtem Bewuchs und kleinen Überhängen und Höhlen, in die man auch hineintauchen kann. Hier werden regelmäßig Schildkröten gesichtet. Die linke Seite von Gabr el Bint ist etwas abwechslungsreicher und bunter. Auf 20 bis 25 Metern geht es entlang der Wand, wobei man jagende Makrelen und Schnapper beobachten kann. Irgendwann stößt man auf eine Gruppe großer Gorgonien, die in der stärker werdenden Strömung stehen. Am besten lässt man sich einfach darüber treiben – festhalten ist natürlich verboten! Mit etwas Glück erhascht man einen Blick auf einen der winzigen Langnasenbüschelbarsche, die sich gut getarnt in den Gorgonien verstecken.

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Nach den Gorgonien geht es hoch auf rund zehn Meter und entlang der Küste auf einem flachen und sandigen Absatz zurück, der von Felsen und Korallen umgeben ist. Kleine Korallenblöcke im Sand bieten allerlei Getier Verstecke: Oktopusse, Krokodilfische, Muränen, Trompetenfische, Blaupunktrochen, Kugel-, Stein- und Drückerfische.

Canyon

Viele Tauchplätze haben einen Canyon, doch so schön wie der in Dahab sind nur wenige. Hier handelt es sich um eine nördlich von Dahab gelegene, vermutlich durch ein Erdbeben entstandene Spalte im Riff, die bis auf eine Tiefe von 54 Metern abfällt und recht schmal ist, sodass man beim Durchtauchen rechts und links von 15 bis 20 Meter hohen Wänden umgeben ist. Auf dem Weg zum Canyon taucht man durch eine eher flache Sandlagune, in der sich allerlei entdecken lässt – darunter auch Fische wie der Rotmeer-Walkman oder Flügelrossfische, die man eher nicht so oft sieht. Sind andere Taucher im Canyon, sieht man irgendwann in der Ferne Luftblasen aus dem Boden aufsteigen, die aussehen wie die aufsteigende Kohlensäure in einem Sektglas. Auf einer Tiefe zwischen 15 und gut 20 Metern taucht man durch einen engen Eingang hinunter in die Spalte, die in die eine Richtung noch weiter hinabführt auf 40 bis 50 Meter. Auf rund 30 Metern öffnet sich die Spalte zu einer Höhle. Der Canyon verleitet daher zu tiefen Tauchgängen, was Tec-Taucher zu diesem Tauchplatz führt. Allerdings sind auch flachere Tauchgänge möglich. Nach oben hin ist der Spalt offen, wenn auch meist eng, wodurch wunderschöne Lichtspiele entstehen. An einem Ende des Canyons befindet sich auf rund 12 Metern Tiefe die sogenannte Glasfishbowl: eine Grotte voller Glasfische. Es empfiehlt sich, eine Lampe mit in den Canyon zu nehmen.

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Verlässt man die Spalte Richtung Süden, landet man in einem kleinen Korallengarten und taucht über weitere Sandflächen. Da es an diesem Tauchplatz auch eine Riffkante mit Steilhang gibt, kann man hier gut und gerne zwei bis drei Tauchgänge verbringen, ohne dass es langweilig wird.

Tropitel Oasis und Happy Life Village: Hausriffe und mehr

Können Hausriffe zu den Top-Tauchplätzen gehören? Ja, das können sie, zumindest in Dahab. Erwähnt seien hier die Tauchplätze rund um die Hotels Tropitel Oasis im Norden Dahabs und Happy Life Village im Süden.

Das Hausriff des Tropitels kann man so leicht erkunden wie kaum einen anderen Tauchplatz. Der Steg ist nur wenige Meter von der Tauchbasis entfernt und führt direkt auf das Riff. Es ist der südliche Ausläufer des Canyon Gardens, ein langsam abfallendes und vor allem sehr intaktes Riff mit Korallengarten. Hier dürften vor allem Makroliebhaber auf ihre Kosten kommen, denn es tummelt sich allerlei Getier in den zahlreichen Verstecken. Vor allem nachts bekommt man eine unglaubliche Vielzahl von Lebewesen und farbenprächtigen Korallen zu sehen – vom Napoleon und Oktopussen über riesige Schnecken, Spanische Tänzerinnen und tanzende Feuerfische bis zu den winzigen Langnasenbüschelbarschen.

Abwechslungsreich sind auch die Tauchplätze rund um das Hausriff am Happy Life Village im Süden Dahabs. Vom Hotel aus gesehen links befindet sich der Tauchplatz Golden Blocks mit großen, von abertausenden Fahnenbarschen bewohnten Korallenblöcken – ideale Verstecke für große und kleine Riffbewohner. Und mit etwas Glück sieht man im Blauwasser auch mal Adlerrochen oder jagende Schwarmfische. Von Golden Blocks aus kann man die Küste an der Hotelanlage entlang, aber auch weit darüber hinaus tauchen.

Wer genug Atemluft hat, kann in knapp eineinhalb Stunden sehr gemütlich von Golden Blocks über das Hausriff und den Tauchplatz Moray Garden bis zu den Three Pools tauchen. Und dabei allerlei sehen: Tausende Fahnenbarsche samt Kinderstube, riesige und winzige Muränen, Feuerfische, Steinfische, Welse, Oktopusse, Napoleons, Krokodilfische, Torpedo- und Blaupunktrochen. Gleichzeitig ist auch die Landschaft abwechslungsreich: Man taucht vorbei an Korallenblöcken, über Sandflächen, durch Korallengärten, über stark bewachsene Riffkanten und durch flache Lagunen.

Höhepunkte im Tauchurlaub in Dahab

Entspanntes Leben in Dahab

Das Leben in Dahab läuft im Urlaub entspannt ab. Dahab ist ein ehemaliges Hippie-Dorf und hat sich von dieser Atmosphäre einiges erhalten. Die Einwohner sind Touristen gegenüber freundlich und offen. An vielen Stellen im Ort und an der Küste – darunter auch einige Tauchplätze – findet man gemütliche Teebuden oder Beduinen-Restaurants, die mit Blick auf das Meer und die typisch-roten Berge im Rücken zum Entspannen und Essen einladen. Auch im Ort kann man sehr gut essen oder auf dem Markt Souvenirs oder Lebensmittel einkaufen.

Mit dem Kamel zum Tauchen

Kamele gehören in Dahab zum Alltag. Sie werden als Reit- und Lasttiere genutzt und laufen auch wild herum. Als Tourist kann man Kameltouren buchen und als Taucher sogar auf dem Kamel zu abgelegenen Beduinendörfern mit tollen Tauchplätzen schaukeln. Noch näher dran an Ägypten als bei einer solchen Tour kommt man als Taucher wohl nicht. Man sollte viel Wasser und Sonnenschutz (großes Tuch und / oder Mütze mit Schirm) dabeihaben.

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Wahdi-Party mit Beduinen-Dinner im Canyon

Ein unvergessliches Ereignis ist ein Ausflug in einen der Wahdis – Canyons, durch die bei dem eher seltenen Regen das Wasser von den Bergen Richtung Küste fließt. Eine Wahdi-Party mit Beduinen-Dinner ist ein echter Höhepunkt während des Tauchurlaubs: Bei Kerzenschein und Feuer kochen die Beduinen ein typisches, köstliches Essen und spielen ihre Musik, während man in der warm erleuchteten Schlucht den unglaublich klaren Sternenhimmel bewundern und dabei Shisha rauchen kann. Die Atmosphäre ist unschlagbar gut und bleibt lange in Erinnerung.

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Nützliche Reisetipps und Empfehlungen

Anreise: Germania bietet Direktflüge von Berlin, Düsseldorf und München nach Sharm el Sheik an. Von hier aus kann man sich mit dem Kleinbus in rund eineinhalb Stunden nach Dahab fahren lassen.

Beste Reisezeit und Wassertemperatur: Empfehlenswert ist ein Tauchurlaub zwischen Spät- und Frühsommer, da es in den Sommermonaten sehr heiß ist. Je mehr man im deutschen Winter unterwegs ist, desto mehr muss man mit kühlem, starkem Wind und kühlen Abenden rechnen. Aber auch im Dezember kann man in Dahab gutes Wetter haben. Die Wassertemperatur liegt in etwa zwischen 23 Grad im Winter und 28 Grad im Sommer.

Welchen Tauchanzug sollte man mitbringen? Den meisten Tauchern reicht ein halbtrockener Anzug mit 5 Millimetern. Eine Eisweste ist nicht nötig. Wer schnell friert, sollte eine Kopfhaube mitnehmen, diese ist aber zum Beispiel im Sommer nicht unbedingt nötig und auch im Winter benötigt nicht jeder Taucher eine. Da es an der Küste sehr windig sein kann, sollte in jedem Fall eine Fließjacke und eine Mütze im Gepäck sein.

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Empfehlungen für Tauchbasis und Hotel: Als Tauchbasis empfehle ich Lagona Divers. Diese betreiben in Dahab gleich zwei Tauchbasen: Lagona Divers – Dahab Nord im Tropitel Dahab Oasis und Lagona Divers – Dahab Süd im Happy Life Village. Die Basen sind sehr gut ausgestattet, die Leihausrüstung ist gut, Nitrox ist kostenlos und es werden natürlich auch Anfänger ausgebildet. Eine Kooperation mit dem Team Blue Immersion (siehe unten) macht zum Beispiel auch Schnuppertauchen mit Vollgesichtsmasken möglich. Lagona Divers bieten auch die genannten Kameltouren und für größere Gruppen Wahdi Partys an. Einmal im Jahr veranstalten Lagona Divers die „Crazy Week“ – eine Gruppenreise zu besonders günstigen Konditionen, in der auch viele weitere Attraktionen enthalten sind. Die Crazy Week 2017 ist bereits in der Planungsphase und wird um den 6. Dezember 2017 stattfinden. Über die Schwesterfirma Lagona Travel kann man den kompletten Tauchurlaub buchen. Das Büro von Lagona Divers befindet sich in der Nähe von Regensburg, alles wird also von Deutschland aus geplant. Übrigens: Für die Lagona Divers Tauchbasis in Komodo, Indonesien, werden derzeit neue Basisleiter gesucht.

* Disclaimer: Ich habe vor einigen Jahren im Marketing von Lagona Divers gearbeitet und zwei dienstliche Reisen zu den Lagona Divers Tauchbasen in Ägypten gemacht. Ich bin dem Team freundschaftlich verbunden und kann die Leistungen guten Gewissens und reinen Herzens empfehlen – auch privat.